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Wie wirkt Hypnose?

Was in der hypnotischen Trance geschieht – im Körper, im Gehirn, in der Seele

Hypnose wirkt. Das ist wissenschaftlich gut belegt.
Diese Seite gibt Antworten auf die Frage, wie Hypnose wirkt – was genau im Nervensystem, im Gehirn und im Erleben einer Person passiert, wenn sie in Trance geht.

Was in der Trance passiert

In der hypnotischen Trance verändert sich die Art, wie das Gehirn arbeitet. Bildgebende Verfahren zeigen, dass bestimmte Hirnareale in der Trance anders aktiv sind als im normalen Wachzustand: Der präfrontale Kortex – zuständig für kritisches Denken, Bewertung, Kontrolle – wird ruhiger. Das limbische System – zuständig für Gefühle, Erinnerungen, körperliches Erleben – wird zugänglicher.
Das bedeutet: Der innere Kommentator, der alles bewertet und einordnet, tritt etwas zurück. Und das, was darunter liegt – Gefühle, Bilder, Körperempfindungen, unbewusste Muster – kann sich leichter zeigen.
Es ist eine Verschiebung der Aufmerksamkeit – von außen nach innen, vom Denken zum Erleben.

Hypnose und das Nervensystem

Das vegetative Nervensystem hat zwei grundlegende Modi: Aktivierung – für Leistung, Alarm, Reaktion – und Entspannung – für Regeneration, Heilung, Integration. In der hypnotischen Trance wechselt das Nervensystem in einen Zustand tiefer Entspannung bei gleichzeitig fokussierter Aufmerksamkeit. Herzschlag und Atemfrequenz verlangsamen sich, Muskeln entspannen sich und Stresshormone sinken.
Der Körper erreicht einen Zustand, den er im Alltag – besonders bei Menschen mit anhaltenden Belastungen – oft kaum noch erreicht.
Aus diesem Zustand heraus kann Verarbeitung stattfinden. Traumatische Erinnerungen, die im Wachzustand überwältigend wirken, können in der Trance berührt werden, ohne das Nervensystem erneut in denselben Alarmzustand zu versetzen.

Der Körper erinnert sich – und in der Trance kann auch er loslassen.

Therapiecouch in der Praxis für Hypnosepsychotherapie in Wien 1040 – ruhiger, heller Therapieraum

Hypnose
und das Gedächtnis

Erinnerungen werden nicht nur im Verstand gespeichert. Traumatische oder emotional bedeutsame Erlebnisse werden tief im impliziten Gedächtnis gespeichert – als sensorische Fragmente, als Körpergefühle, als automatische Reaktionen, die sich in bestimmten Situationen einfach aufdrängen, ohne dass man weiß warum.
Das explizite Gedächtnis – das Wissen, das man in Worte fassen kann – ist dabei oft lückenhaft oder gar nicht vorhanden. Man weiß nicht genau, was damals passiert ist. Aber der Körper reagiert trotzdem.
Hypnose öffnet einen Zugang zu genau diesem tiefer liegenden Gedächtnissystem. In der Trance können Erfahrungen, die sich dem bewussten Zugriff entziehen, zugänglich werden – nicht als Erzählung, sondern als Erleben. Als Bild, als Körpergefühl, als Emotion. Und von dort aus kann Integration beginnen.

Hypnose
und das Unbewusste

In der tiefenpsychologischen Sicht ist das Unbewusste kein Ort des Dunklen oder Gefährlichen. Es ist der Träger unserer ureigenen Ressourcen, Erfahrungen und Lösungen – der Teil von uns, der vieles weiß, was dem bewussten Verstand nicht zugänglich ist.
In der Trance spricht das Unbewusste eine eigene Sprache: Bilder, Metaphern, Symbole. Es entwickelt innere Vorstellungen, die überraschend, kreativ und oft von einer Weisheit sind, die der Verstand allein nicht hervorbringen würde. Eine Person, die sich in einer Sackgasse fühlt, findet in der Trance vielleicht ein Bild, das einen Weg zeigt. Jemand, der keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat, erlebt plötzlich eine Körperempfindung, die etwas Wesentliches ausdrückt.

Was Menschen in der Trance erleben

Was Patientinnen und Patienten nach einer Trance berichten, ist sehr unterschiedlich – und immer wieder überraschend. Manche beschreiben ein tiefes Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Andere erleben lebhafte innere Bilder, die von sich aus entstehen und sich weiterentwickeln.
Wieder andere spüren eine körperliche Schwere oder Leichtigkeit, ein Kribbeln, ein Gefühl des Fließens.
Manche sagen hinterher: Ich weiß nicht genau, was passiert ist – aber etwas hat sich verändert.
Das ist keine Magie. Das ist das Unbewusste, das arbeitet – auf seine ureigene, oft wunderbar überraschende Weise.

Hypnose und Veränderung

Der entscheidende Mechanismus ist die emotional korrigierende Erfahrung – ein Begriff aus der Tiefenpsychologie, der beschreibt, was passiert, wenn ein Mensch in einem sicheren Rahmen etwas erlebt, das seinen bisherigen Erfahrungen widerspricht.
Was das möglich macht, ist ein bemerkenswertes Prinzip der Neurobiologie: Dem Gehirn ist es gleichgültig, ob eine Erfahrung tatsächlich gemacht wurde – oder ob sie nur in der inneren Vorstellung stattgefunden hat. Es speichert beides gleich ab. Was in der Trance erlebt wird, wird als echte Erfahrung abgelegt – mit denselben neuronalen Spuren wie ein reales Ereignis.
Das bedeutet: Wer früh gelernt hat, dass er keine Unterstützung bekommt, wenn er verletzlich ist, trägt diese Erfahrung als unbewusste Überzeugung mit sich. In der Trance kann er erleben – nicht nur denken –, dass Verletzlichkeit sicher sein kann. Dass Unterstützung möglich ist. Dass etwas, das immer so war, sich verändern kann. Und dieses Erleben wird vom Gehirn als real gespeichert – weil es für das Nervensystem real war.
Das Nervensystem lernt durch Erfahrung. Und durch wiederholte neue Erfahrungen – in der Trance, in der therapeutischen Beziehung, im Alltag – entstehen neue neuronale Muster. Was einst festgeschrieben schien, wird veränderbar.

Häufige Fragen zur Wirkung von Hypnose

Die Fähigkeit, in einen Trancezustand zu gelangen, ist bei den meisten Menschen vorhanden – in unterschiedlichem Ausmaß. Sie hängt weniger von einer besonderen Begabung ab als von der Bereitschaft, sich auf das eigene innere Erleben einzulassen. Diese Bereitschaft wächst in der Regel mit dem Vertrauen in die therapeutische Beziehung.

Die hypnotische Trance ist kein Zustand der Fremdsteuerung. Man behält die volle Kontrolle über das, was man mitteilt und was nicht. Niemand kann in der Trance zu etwas gebracht werden, das dem eigenen Willen widerspricht.

Das kommt vor – besonders in den ersten Sitzungen, wenn die Trance noch neu und unvertraut ist. Auch ein ruhiges, entspanntes Erleben ohne dramatische Bilder ist eine Trance – und bereits therapeutisch wirksam. Tiefe und Reichhaltigkeit der Trancearbeit entwickeln sich meist mit der Zeit.

Da ich als Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision arbeite, ist ist eine (anteilige) Kostenrefundierung durch die Krankenkasse oder Sozialversicherung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich. Alle Informationen zu Kosten und Rahmenbedingungen finden Sie auf der Informationsseite.

Kontaktieren sie mich gerne.

Wenn Sie sich in dem, was Sie hier gelesen haben, wiederfinden – oder einfach wissen möchten, ob Hypnosepsychotherapie der richtige Weg für Sie sein könnte.

Ileana Mayer-Dobnig

Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision

© 2022– Ileana Mayer-Dobnig / grafikfabrik®